Forschung ohne Tierversuche, bitte!
Für was Forschung?
Ich bin nicht grundsätzlich gegen Forschung, denn wir haben schon sicher einiges an Wissen dadurch gewinnen können. Forschung ist auch ein grosses Schlagwort, das beinahe alles bedeuten kann. Man muss die Entwicklung der Forschungswirtschaft aber mit Kritik betrachten, da Forschung und Geld auch hier vermehrt in Verbindung gebracht wird. Somit steht in Wirklichkeit nicht mehr nur das Wohl der Menschen und Tiere im Vordergrund, sondern sie wird von Grosskonzernen mit Investitionen manipuliert und für den eigenen Zweck und für die Gewinnmaximierung benutzt.
Kurze Übersicht:
Tierversuche sind sinnlos
Im Vorfeld der Initiativen gegen Tierversuche von 1985, 1992 und 1993 sowie der Genschutz-Initiative von 1998 warnten zahlreiche Persönlichkeiten aus Industrie, Hochschulen, Wirtschaft, Politik und Medien, dass eine Annahme für den Forschungsstandort Schweiz unsere kranken Mitmenschen eine Katastrophe wäre: Tausende von Arbeitsplätzen gingen verloren, die Tierversuche würden ins Ausland verlegt, und - das Hauptargument - schwere Krankheiten können geheilt werden.
Leider hatten diese Warnungen Erfolg, und alle Initiativen wurden abgelehnt, Trotzdem bauen die Chemie- und Pharmakonzerne Tausende von Arbeitsplätzen ab (laut Bundesamt für Statistik haben sie von 1991 bis 1998 insgesamt 9000 Stellen in der Schweiz abgebaut), und sie verlegen die Tierversuche zunehmend nach Frankreich, Japan und in die USA, wo die "Tierschutz"-Gesetzgebung noch schwächer ist als bei uns.
Schlimmer noch: Trotz der Verwendung von über 18 Millionen Versuchstieren in der Schweiz seit 1985 - ganz zu schweigen von den Hunderten von Millionen in der übrigen Welt - bleiben Aids, Alzheimer, Parkinson, Diabetes, Multiple Sklerose, Cystische Fibrose, Chjorea Huntington, Querschnittlähmungen und die meisten Krebs-, Rheuma- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen unheilbar und nehmen zum Teil sogar massiv zu.
Zunahme der Tierversuche
Eine Kurzmitteilung der Neuen Luzerner Zeitung am 29. Juni 2005 informiert über die Zahl der Tierversuche, welche sehr beänstigend ist. Eine Schande, dass bereits in der kleinen Schweiz 100-Tausende von Tieren nur zu Versuchszwecken in Laboren verenden müssen.
Die Zahl der Tiere, für die bewilligungspflichtige Versuche verwendet wurden, nahm 2004 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 492'456 zu. Ausserdem wurden 4,5 Prozent der Versuchstiere schweren Belastungen ausgesetzt, gegenüber 3.7 Prozent im Vorjahr, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVet) bekannt gab. Fast zwei Drittel der Tieren wurden in der Industrie eingesetzt, ein Drittel an Hochschulen und Spitälern. In der Zunahme der letzten Jahre sei eine Trendwende zu erkennen, nachdem die Zahl in den Jahren 1983 bis 2000 stetig gesunken sei. Die Entwicklung in der Schweiz entspreche einem europäischen Trend. Der Schweizer Tierschutzt (STS) reagierte mit scharfer Kritik.
Der ewige Jammer mit den Weltverbesserern ist, dass sie nie bei sich selbst anfangen. (Thornton Wilder, Schriftsteller, 1897 - 1975)