Meine Zivildienst-Einsätze

In der nachstehenden Tabelle wird der zum Teil unbequeme Mehraufwand des Zivildienstes Schweiz aufgezeigt, jedoch generell meine Einsätze und Aktivitäten im Sinne eines guten und motivierten Zivildiensteinsatzes kurz beschrieben.

Anfang 2001 Informationen über Zivildienst zusammengetragen per Homepage und das Zivi-Handbuch "etwas sinnvolles tun" studiert.
4. Mai 2001 Aushebung in Sarnen (Kanton Obwalden). Ich wusste sowieso, dass ich nie Militärdienst leisten werde und machte das denen “provokativ” klar. Da sie mich dennoch zuteilen mussten, wurde ich bei den Spitalsoldaten eingetragen.
26. November 2001 Gesuch für die Zulassung zum Zivildienst wird mit zwei Referenzschreiben, Lebenslauf, Begründung, Dienstbüchlein und einem eintragsfreien Strafregisterauszug eingesandt.
2. Dezember 2001 Leider werden die GSoA-Initiativen "Schweiz ohne Armee" und "freiwilliger Friedensdienst" vom Schweizervolk verworfen. Nach dem 11. September (WTC-Attacke in USA) war das Schweizer Volk wohl zu beunruhigt, dass die Initiative nur ungefähr 30 % der Stimmen erhielt.
3. Dezember 2001 Der Marschbefehl wird mir per Post zugestellt. Einrückungsdatum ist der 11. Februar 2001, obwohl ich bei der Aushebung die Sommer-RS beantragt habe.
24. Dezember 2001 Das Gesuch um Verschiebung der RS mit einem Schreiben von meinem Arbeitgeber in der Beilage wird per Post abgeschickt.
31. Dezember 2001 Das Gesuch für die Verschiebung der RS wird gutgeheissen. Begründung: Dienstverschiebung aus beruflichen Gründen! (und nicht, weil ich den Zivildienst beantragt habe!)
30. Januar 2002 Ich erkundige mich bei der Zivildienststelle über mein Gesuch. Wegen Personalmangel (gemäss tel. Mitteilung) verzögert sich die Behandlung meines Gesuches. Somit werde ich vertröstet im Mai Bescheid zu erhalten. Damit muss ich seit der Einreichung gesamthaft 5 Monate warten.
15. März 2002 Ich schreibe an die Zivildienststelle einen Brief und bitte um sofortige Antwort.
21. März 2002 Endlich Post vom Zivildienst. Ich werde für die Anhörung (Gewissensprüfung) eingeladen, welche erst am 15. Mai 2002 stattfinden wird.
15. Mai 2002 In Thun werde ich nach kurzer Wartezeit von vier Personen im Gesprächsraum erwartet. Drei Personen die für die Anhörung und deren Frage, bzw. für das Prüfen des Gewissens zuständig sind und eine Sekretärin, die am Computer ein Gesprächsprotokoll erstellt. Obwohl die Personen angenehm sind, sind die Situation und die Fragen unangenehm. Weshalb muss ich so private Gegebenheiten erzählen, damit ich vom Militär freigestellt werde?
31. Mai 2002 Etwas schneller als erwartet, kommt der definitive Entscheid von der Zivildienststelle in Thun. Ich habe es geschafft. Endlich bin ich nun offizieller Zivi. Das Dienstbüchlein bereitet mir nun sogar etwas Freude, denn darin steht: Der Inhaber dieses Dienstbüchleins ist nicht Angehöriger der Armee. Er leistet Zivildienst.
Sommer 2002 Der Entscheid kommt dennoch zu spät, damit ich noch in diesem Jahr einen Einsatzbetrieb gefunden hätte. Somit gehe ich als Alternative für 10 Wochen in Südafrika in der Kapstadt als Sozialeinsatz im Knabenheim “St. Francis” arbeiten.
Januar 2003 Bewerbung bei der SCI (Service civil international) in Bern als Campleiter mit internationalen Personen, welches als Zivildienst anerkennt würde. Später werde ich noch zu einem persönlichen Interview eingeladen.
März 2003 Nach langem Warten auf Antwort, hat eine Rückfrage ergeben, dass SCI jemand anderen für diesen Einsatz gewählt hat. Sie hatte mehrere Interessenten.
April 2003 Ein Lichtblick: Ich werde höchstwahrscheinlich in einer Jugendherberge in Solothurn oder Schaffhausen meinen ersten Zivildienst absolvieren dürfen.
Juni 2003 Erste Kontaktaufnahme mit den Steyler Missionare, um einen Zivildiensteinsatz im Ausland tätigen zu können. Die Offenheit und Bereitschaft mir eine Einsatzmöglichkeit zu bieten freut mich sehr.
Juli bis November 2003 Ich leiste meinen ersten Zivildienst (während 120 Tagen) in der Jugendherberge in Schaffhausen.
Juni 2004 Ich erledige ein paar Telefonate, um den Zivildiensteinsatz bei einem Bergbauern zu organisieren. In der Romandie (Champéry) habe ich nun eine Möglichkeit gefunden. Im September werde ich also bei einem französischsprechenden Bergbauern als Zivi tätig sein.
September 2004 Ich leiste zwei Monate beim Walliser Bergbauer in Champéry meinen zweiten Zivildiensteinsatz. Die Arbeit ist streng und meine Ideologie trifft manchmal auf die Interessen des Bauers, was unangenehm ist und zu kleineren Konflikten führt.
Jahr 2005 Die Vorbereitung für meinen Auslandeinsatz beginnen. In Wien findet ein Pfingstfest statt und zwei Wochen sind in Holland (Steyl) vorgesehen. Der Abflug nach Südamerika ist im Oktober 2005 vorgesehen.
Herbst 2005 Mein Auslandeinsatz wird nicht als Zivildienst anerkennt, da ich keinen pädagogischen oder sozialen Beruf erlernt habe. Das Änderungsgesuch des Pflichtenheftes wird von der DEZA (Departement für Entwicklungszusammenarbeit) ebenfalls abgelehnt. Zitat: Für kaufmännische Tätigkeiten oder Putzarbeiten sei im Einsatzland kein importiertes Know-How der Schweiz notwendig. Somit bin ich also ein Jahr in Chile als Voluntär im Einsatz.
Sommer 2007 Ich versuche nochmals Zivildienst in Chile zu beantragen, da ich nun ein Jahr die verlangte Auslandserfahrung habe. Ich muss jedoch die Arbeitsstelle wechseln gemäss Schweizer Zivildienstgesetz.
September 2007 Ich darf nun meine restlichen 8 Monate Zivildienst in Chile in der "Aldea Juvenil" leisten.