Erklärung Vegetarismus
Vegetarismus gibt es, seit es Lebewesen auf der Erde gibt. In einigen Religionen wird auch jetzt noch ganz klar kein Fleisch gegessen. Für viele Leute ist es leider unvorstellbar als Vegetarier leben zu können, obwohl immer mehr Ersatzprodukte hergestellt werden.
Gerne erkläre ich das Vegetariersein aufgrund von eigenen Erfahrungen und Gedanken:
- Arten von Vegetarismus
- Berühmte Vegetarier
- Das traurige Los der Tiere
- Nahrungsmittelverschwendung
- Gesundheitliche Aspekte
- Industrielle Verunreinigungen und Veganismus
Arten von Vegetarismus
Man unterscheidet zwischen drei Arten von Vegetariern:
- Die Veganer, die sich ausschliesslich von pflanzlichen Produkten ernähren und Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte vollständig weglassen.
- Die Lakto-Vegetarier, die ebenfalls kein Fleisch und keinen Fisch und keine Eier essen, wohl aber Milchprodukte.
- Die Ovo-Lakto-Vegetarier, die neben Milchprodukte auch Eier zu sich nehmen.
Ich gehöre zur dritten Sorte, obwohl ich nun durch viel Wissen und einen Vegan-Freund nun auch weniger Milch- und Eierprodukte konsumiere.
Berühmte Vegetarier
Am meisten Freude bereitet mir die Tatsache, dass es vor dem 19. Jahrhundert und auch viel früher einige Vegetarier gegeben hat. Deshalb kann man nicht von einer Neuzeit-Erscheinung sprechen.
Namentlich waren unter anderem Vegetarier:
- Leonardo da Vinci (1452-1519)
- Albert Einstein (1879-1955)
- Mahatma Gandhi (1869-1948)
- Franz Kafka (1883-1924)
- John Lennon (1940 - 1980) und die anderen Beatles
- Abraham Lincoln (1809 - 1865)
- Isaac Newtown (1643-1727)
Vor einigen Jahren habe ich die Biografie von Mahatma Gandhi gelesen. Im Hinduismus wird nur Vegetarisch gelebt. In dieser Religion ist es nicht erlaubt, Fleisch zu essen. Ich verstehe nicht, weshalb von der Christlichen Kirche der Fleischkonsum gestattet ist. In den frühereren Jahren wurde er jedenfalls eingeschränkt. So durfte freitags kein Fleisch gegessen werden. Zudem bin ich überzeugt und habe auch gelesen, dass einflussreiche Personen auf Grund ihrer eigenen Bedürfnisse das Fleischessen in der Religion als Gottes Recht und Selbstverständlichkeit in die Köpfe, beziehungsweise in die Bibel geschrieben haben. Aus der frühchristlichen Geschichtsausschreibung geht nämlich hervor, dass die ersten Heiligen und Kirchenlehrer in der direkten Nachfolge Jesu meist nur fleischlose Nahrung zu sich nahmen; einige Apostel (unter ihnen Johannes und Petrus) werden sogar als Vegetarier erwähnt.
"Meine Ansicht ist, dass wir, die für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen, und auch gegen ihn reden. So mache ich es selber. Und damit kommen so manche dazu, auf das Problem, das so spät aufgestellt wurde, aufmerksam zu werden."
Albert Schweitzer (1875 - 1965); Theologe und Missionsarzt; Friedensnobelpreis 1952
Das traurige Los der Tiere
Was in den Massentierhaltungen und Schlachthöfen geschieht, wird mühelos verdrängt.
Das Bestehen im Preiskrieg ist nur bei massenhafter Serienproduktion möglich. Keine der Handelsketten kauft 50 Hühnchen vom Bauern ein - sie brauchen 50'000 pro Lieferung. Was der Konsument nun zwischen die Zähne bekommt, ist gewürzt mit Wachstumsförderern, Hormonen, Antibiotika und Beruhigungsmitteln. Unters Fell gespritzt und in den Futtertrog gekippt wird nahezug alles, was die Pharma-Industrie so produziert, um Rind, Schwein oder Huhn bis hin zu Schlachtbank auf den Beinen zu halten. Wenn Schweine, damit es sich lohnt, innerhalb von 180 Tagen zu Zwei-Zentner-Fleischbergen hochgepäppelt werden, wächst das Knochengerüst nicht schnell genug mit, die Tiere brechen unter dem eigenen Gewicht zusammen.
Auch in jüngster Zeit weisen immer mehr Veröffentlichungen darauf hin, wie Fleisch auf verschiedenste Weise chemisch, auch genetisch manipuliert werden. Nach der Schlachtung muss es zunächst mit chemischen Mitteln konserviert werden, damit keine üblen Gerüche dem Käufer des tage- und oft sogar wochenalten Fleisches den Appetit verderben, und dann muss das grau-grünliche Fleisch künstlich rot gefärbt werden, da es sonst kaum verkaufbar wäre. Dies alles macht Fleisch zu einer Gefahr für die menschliche Gesundheit.
Sie haben soeben zu Mittag gegessen; und wie sorgfältig auch immer das Schlachthaus in einer taktvollen Entfernung von einigen oder vielen Kilometern verborgen sein mag - Sie sind mitschuldig"
Ralph Waldo Emerson (1803 - 1882, amerikanischer Dichter und Philosoph)
Nahrungsmittelverschwendung
Allein in den USA werden jährlich mehr Tiere für die Fleischerzeugung geschlachtet, als es Menschen auf Erde gibt. Weltweit werden über 2 Millarden Stall- und Weidetiere sowie über 20 Milliarden Stück Geflügel für die fleischessenden Menschen auf brutale Weise getötet. Und die Zahl der pro Jahr getöteten Fische geht in die Billionen. (In diesen Zahlen sind die jährlich rund 300 Millionen Opfer der grausamen Tierversuche sowie die vielen Opfer der Pelzindustrie nicht miteingerechnet.)
Fleisch ernährt wenige auf Kosten vieler, denn für die Produktion von Fleisch wird wertvolles Getreide, das die Menschen direkt ernähren könnte, an Tiere verfüttert. Weltweit gesehen wird mindestens ein Drittel der Getreideernte an Vieh verfüttert (ebenso ein Drittel der Milchprodukte). Dieses Verfahren, hochwertige pflanzliche Nahrungsmittel in Fleisch umzuwandeln, ist über alle Masse verschwenderisch.
Um ein Rind ein Jahr lang zu mästen, benötigt man 0,5 ha Land. Nach einem Jahr erhält man von diesem Tier rund 300 kg essbares Fleisch. Hätte man auf dieser Fläche Getreide oder Kartoffeln angepflanzt, hätte man mindestens 3000 kg Getreide, bez. 20'000 kg Kartoffeln bekommen! Anders ausgedrückt: Ein einziges Steak von 225 Gramm enthält soviel Pflanzenenergie, dass man damit rund 40 Menschen einen Tag lang vor dem Hungertod bewahren könnte.
"Warum ich Vegetarier geworden bin? Aus vielen Gründen: einmal war ich krank, und die neue Diät hat mich geheilt. Daher behalte ich sie. Zweitens: Die weltweite Getreideernte ist rund 2 Milliarden Tonnen pro Jahr. Über 500 000 werden dem Vieh der reichen Nationen verfüttert - während in den 122 Ländern der Dritten Welt (wo 3,8 der 5 Milliarden Menschen unseres Planeten wohnen) pro Tag nach UNO-Statistik 43000 Kinder am Hunger sterben. Diesen fürchterlichen Massenmord will ich nicht mehr mitmachen: Kein Fleisch zu essen ist ein minimaler Anfang."
Jean Ziegler CH-Nationalrat, Buchautor: "Die Schweiz wäscht weisser", etc.; UNO Sonderbeauftragter
Gesundheitliche Aspekte
Oft wurde mir nachgesagt; ich lebe als Vegetarier ungesund, da mir wichtige Nährstoffe und Vitamine fehlen.
Doch zu einem gesunden Leben ist eine fleischlose Ernährung und eine ausreichende tägliche Bewegung nötig.
Meine Küche besteht aus viel Gemüse und Getreide. Als vitamin- und mineralreiche Produkte empfehle ich: Kichererbsen, Reis, Linsen- und Sojaprodukte. Der Ballaststoffreichtum vegetarischer Kost wird gesundheitlich als positiv beurteilt. Zu achten ist bei vegetarischer Ernährung auf die ausreichende Versorgnung mit Vitamin B2 und Eisen und auf B12 mit Calcium (Kicherebsen, Soja, Banane).
In jüngster Zeit erbringen medizinische Untersuchungen weltweit immer mehr Beweise, dass zwischen Fleischkonsum und verschiedenen Krankheiten - vor allem den sogannten Zivilsationskrankheiten wie etwa Arteriosklerose, Herz- und Kreislauferkrankungen, Bluthockdruck, Übergewicht, Gicht, Rheuma, Diabetes und Krebs, eine direkte Verbindung besteht. Diese Krankheiten kommen bei Vegetariern erwiesenermassen wesentlich seltener vor als bei Fleischessern.
Der Darm des erwachsenen Menschen ist rund neun Meter lang, das heisst mehr als das Fünffache der durchschnittlichen Körperlänge. Wenn der Mensch Fleisch isst, werden die in der Folge entstehenden Toxine (Abfallprodukte der Fäulnisbakterien) zwangsläufig die Niere überlasten und langfristig Krankheiten wie Gicht, Arthritis, Rheuma, Fettleber, Diabetes und Krebs verursachen. Hinzu kommt heute noch, dass der Mensch all die chemischen Stoffe, die den Tieren verabreicht werden, mit dem Fleisch mitisst und dadurch seinen Magen-Darmtrakt erheblich belastet.
"Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Sterben wie du. Das Tier hat ein Recht zu leben wie du.
Peter Rosegger (1843 - 1918, österreichischer Schriftsteller)
Industrielle Verunreinigung und Veganismus
Ehrlich gesagt verstehe ich die Problematik der industrialisierten Produktion, womit ich ja bereits auf Fleisch und Fisch verzichte. Nun nach 5 Jahren offiziellem Vegetariersein gestehe ich nun ein, dass leider die Milch- und Eierproduktion eine ähnliche kapitalistische Politik betreibt. Durch die Milchgewinnung werden Kühe künstlich geschwängert und oft wird das Kalb anschliessend umgebracht um nebenbei noch am Kalbsfleisch zu profitieren und damit auch die Milch der Mutterkuh genutzt werden kann. Auch über die Eierproduktion habe ich schon schrecklich Bilder gesehen...
Doch weshalb mache ich es mir so schwer rein veganisch zu leben? Nun ich habe mich entschieden in Chile zu wohnen, wo relativ viel Fleisch gegessen wird. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich wenigstens als Vegetarier akzeptiert werde. Nun einen Schritt weiter zu gehen finde ich sehr schwierig, obwohl ich in meinem Haushalt zu einem Grossteil veganisch koche. Nur ist der Grossteil von Fertigprodukten wie Teigwaren, Pizza, Nachspeisen (Kuchen, Eis, Schokolade) und viele andere Köstlichkeiten mit Milch- oder Eierprodukten verunreinigt. Den Tofu gibt es im Süden Chiles auch noch nicht zu kaufen.
Somit werde ich nun die Supermärkte anschreiben, damit sie hoffentlich bald ihr Angebot für Vegetarier und Veganer erweitern. Und Unternehmung werden von mir lesen, welche in Joghurts weiterhin Gelatine verwenden und auch Käse mit dem tierischen LAB produzieren.