Vergleich Zivildienst mit Militärdienst

Die Politiker sagen, dass der Zivildienst dem Militärdienst in der Schweiz gleichgestellt sein soll. Nicht nur die Gewissensprüfung lässt eine Ungerechtigkeit erahnen. Es gibt auch noch weitere und viel markantere Ungerechtigkeiten.

Ernsthaft frage ich mich stets, weshalb das Militär weiterhin auf eine so grosse Akzeptanz stösst und man jährlich mehrere Milliarden Schweizer Franken investiert. Ein Drittel wird lediglich für Maschinen, Material und Waffeneinkäufe ausgegeben. Gleichzeitig werden pazifistische Zivis verunglimpft und Sozialleistungen wegen Sparmassnahmen abgebaut.

In dieser Tabelle werden die Vergleiche zwischen Zivil- und Militärdienst direkt gegenübergestellt:

  Zivildienst Militärdienst
Kosten ca. 13 Millionen CHF (2007)
pro Person = 1'024.--
pro Diensttage = 36.50
ca. 5 Milliarden CHF (2005)
35 % Materialbeschaffung
pro Person = 39'683.--
pro Diensttage = 830.64
Einnahmen 4'162'110.-- keine Angabe
Personalbestand 10'000 (2005)
11'211 (2006)
12'051 (2007)
126'000 aktive
+ 20'000 Rekruten
+ 74'000 Reservisten
= 220'000 totaler Bestand
Diensttage 330'608 (2005)
337'392 (2006)
356’168 (2007)
6'019'452 (2005)
Materialbestand Höchstens Administrationsbestände 1'500 Panzer
670 Aufklärungsfahrzeuge, Panzerhaubitze + Panzerjäger
380 Feuereinheiten und Fliegerabwehr
90 Kampfflugzeuge
80 Helikopter
50 weitere Flugeinheiten
26'000 Bauobjekte
26'000 ha Landbesitze (etwas weniger als die Fläche Nidwaldens)
Departement Eingegliedert im Eidgenössischen Volksdepartement (EVD);
Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Einsätze 2/3 Sozial- und Gesundheitswesen
Umweltschutz
Katastrophenhilfe
Bauerneinsätze
2/3 subsidiäre Sicherungseinsätze
Katastrophenhilfe
langweiliger Zeitvertreib
Dauer 390 Tage (13 Monate);
1,5mal länger als die noch zu leistende Militärdiensttage
260 Tage (9 Monate)
+ Vorteile Fast freie Einsatz- und Zeiteinteilung;
sinnvolle Einsätze in Sozial- und Umweltwesen;
grosse Motivation, da gute Anerkennung
Keine Gewissensprüfung;
keine grosse Aufgaben;
Hilfe bei den wenigen Naturkatastrophen;
kriegt gratis Waffe nach Hause
- Nachteile 1,5mal länger als Militärdienst
umständliche Bürokratie
Gewissensprüfung
Langeweile
Rauchen und Alkoholkonsum gefährdet
Gruppenzwang
!Unfälle der letzten 10 Jahren! kein einziger 25.05.2001: beim Absturz eines Alouette-III-Helikopters der Luftwaffe nahe bei Delsberg alle vier Insassen getötet.
07.09.2001: zwölf Militärangehörige von einem Schneebrett auf der Cima di Rosso im Bündnerland mitgerissen. Drei werden verletzt.
12.10.2001: stürzt ein Armeehelikopter vom Typ Alouette III oberhalb von Crans-Montana im Wallis ab. Die vier Insassen kommen ums Leben.
12.07.2007: sterben sechs Armeeangehörige beim Aufstieg zum Jungfraugipfel im Berner Oberland. Sie waren in zwei Dreierseilschaften unterwegs, als sich frisch gefallener Schnee löste.
12.06.2008: hat auf der Kander bei Wimmis im Kanton Bern bei Bootsunglück fünf Todesopfer und fünf Verletzte gefordert.

Fazit und Kommentar:

Pro Einsatztag eines Zivildienstleistenden zahlt der Betrieb CHF 10.-- an den Staat. Dadurch werden mindestens CHF 3.5 Mio. im Jahr durch uns Zivis generiert. Oft werden für diese Zahlungen Mitgliederspenden verwendet, was nicht wirklich im Sinne des Staates sein darf. Weshalb bereichert er sich durch unsere Arbeit? Hingegen wird beim Militär Geld in Milliardenhöhe ausgegeben. Sowieso profitiert der Staat durch den Zivildienstleistenden viel mehr als beim Militär. Er kann sich jeglicher Kostenverpflichtung entziehen. Die Gesellschaft wird von den Zivis in Spitälern, Heimen, Naturschutz, bei Bergbauern und weiteren unterstützt.

Weshalb ist der Zividienst noch immer so verpönt? Weil man kaum darüber Bescheid weiss. Zudem geistern noch Vorbehalte und Vorwürfe im Volk umher. Der Zivildienst existiert bereits seit mehr als 10 Jahren und profitiert kaum von staatlich-finanziellen Mitteln. Zivis helfen nur dort, wo in der Schweiz und vereinzelt im Ausland auch wirklich sinnvolle Hilfe angewendet werden kann.

Es ist unglaublich wie viel Geld für ein unnützes Militär zur Verfügung steht. Wie viele Soldaten, Generäle usw. unnötigen Tätigkeiten nachgehen, mit Militärautos, Helikopter und anderen Runden drehen, nur weil der Feind gar nicht existiert. Übungen gemacht werden, welche den eigenen Leuten das Leben kosten...

Zudem ist auch die Gewehrabgabe an den Soldaten äusserst fragwürdig. Wovon hat man Angst? Weshalb darf man das Gewehr öffentlich zur Schau tragen?

In der Schweiz, als sogenanntes neutrales Land, liegt noch viel Arbeit auf dem Tisch, damit auch wir auf Abrüstung setzen und Geld für weit sinnvollere Projekte verwenden können.